Workshop 1

Ländliche und urbane Schweiz: Miteinander oder gegeneinander?

In den vergangenen Jahrzehnten wandelte sich die räumliche Struktur in der Schweiz tiefgreifend. Bevölkerungswachstum, die Zunahme der Mobilität und der wirtschaftliche Strukturwandel haben dazu geführt, dass sich sowohl die urbanen als auch die ländlichen Räume stark verändert haben. Die bipolare Betrachtungsweise „Stadt – Land“ erweist sich deshalb bei sorgfältiger Betrachtung als wenig hilfreich. Die Verflechtungen zwischen ländlichen und urbanen Räumen sind in den letzten Jahren stärker und vielfältiger geworden. Den einheitlichen ländlichen Raum gibt es genauso wenig wie den urbanen Raum. Kleine Agglomerationen haben in vielerlei Hinsicht ähnliche Struktur- und Entwicklungsprobleme wie ihr ländliches Hinterland. Einige alpine Tourismuszentren sind zu städtischen Siedlungen mit internationaler Ausstrahlung herangewachsen.

Die zunehmenden Verflechtungen zwischen ländlichen und urbanen Räumen erfordern vermehrt koordinierte Entwicklungsstrategien. Auch das Raumkonzept Schweiz orientiert sich an diesem Postulat. Die Koordination von Massnahmen in raumwirksamen Politikbereichen steckt jedoch vielfach noch in den Kinderschuhen. Wie kann die Politik auf allen staatlichen Ebenen vermehrt in Richtung einer kooperativen und komplementären Entwicklung von Stadt und Land wirken? Wie lassen sich die Agglomerationspolitik und die Politik für die ländlichen Räume besser aufeinander abstimmen? Wie werden raumwirksame Sektoralpolitiken verstärkt auf die Stadt – Land – Beziehungen ausgerichtet? Wie kann die Zusammenarbeit in funktionalen Stadt – Land – Räumen (Regionen) gefördert werden? Diese Fragen sollen im Workshop vertieft diskutiert werden.

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Isidor Baumann, Ständerat, Präsident Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete

Christine Bulliard-Marbach, Nationalrätin, Gemeindepräsidentin von Ueberstorf

Dr. Michael Hermann, Leiter Forschungsstelle sotomo, Geographisches Institut Universität Zürich

Dr. Eric Jakob, Botschafter, Leiter der Direktion für Standortförderung, SECO, WBF

Moderation: Patrik Müller, Chefredaktor „Schweiz am Sonntag“